Konferenz 10 Jahre AHL
Anlässlich des 10. Jahrestags der Verabschiedung des Europäischen Tiergesundheitsrechts (AHL) hat die Europäische Kommission am 8. Juli 2026 auf einer Hochrangigen Konferenz in Brüssel die wichtigsten Schlussfolgerungen des zwei Tage zuvor angenommenen Berichts zur Evaluierung des AHL vorgestellt. Diese Veranstaltung bot die Gelegenheit, die Umsetzung des AHL sowie ihren Beitrag zur Tiergesundheit in der Europäischen Union zu diskutieren und auf einige positive Entwicklungen, aber auch auf fortbestehende Schwierigkeiten hinzuweisen.
Zur Eröffnung der Konferenz bekräftigte EU-Kommissar Olivér Várhelyi, dass die Tiergesundheit auch in Zukunft eine politische Priorität der Europäischen Kommission bleiben wird. Vertreter des Europäischen Parlaments, der irischen Ratspräsidentschaft, der Weltorganisation für Tiergesundheit (WOAH) und der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) beleuchteten anschließend aus ihrer jeweiligen Sicht die Herausforderungen bei der Aufrechterhaltung des hohen Tiergesundheitsstandards in der EU und wie das AHL dies unterstützen kann, die Notwendigkeit einer ausreichenden Finanzierung der Tiergesundheit auf globaler Ebene und die Rolle der Wissenschaft. Außerdem kamen ein amtierender Chefveterinär sowie Repräsentanten der Tierhalter und der Tierärzte zu Wort.
Die stellvertretende Leiterin des Tiergesundheitsreferats der Europäischen Kommission, Barbara Logar, präsentierte die Ergebnisse der Bewertung des AHL, die daraus gezogenen Schlussfolgerungen und den weiteren Weg. Die Europäische Kommission ist der Ansicht, dass das AHL insgesamt gut funktioniert und keine umfassende gesetzliche Überarbeitung erforderlich ist. Die Priorität ist daher nicht, den Text neu zu schreiben, sondern liegt vielmehr darin, sein volles Potenzial durch bessere Umsetzung, stärkere Prävention und verbesserte operative Fähigkeiten der Mitgliedstaaten auszuschöpfen. Für die nächsten Jahren kündigte Frau Logar an, dass die Kommission ihre Bemühungen auf die Kategorisierung und Priorisierung von Krankheiten, Krisenmanagement und Notfallplanung, Biosicherheit und Überwachung, Impfungen sowie Regionalisierung und Kompartimentalisierung konzentrieren werde.
Die Europäische Vereinigung der Tiergesundheitsdienste (FESASS) war vertreten durch ihren Präsidenten Stéphane Jeanne, den stellvertretenden Vizepräsidenten Hans-Peter Schons und Generalsekretär Alain C. Cantaloube. Sie hoben die Bedeutung ausreichender personeller und finanzieller Ressourcen bei der Europäischen Kommission und den nationalen zuständigen Behörden hervor, die eine wesentliche Investition sind, um die Wirksamkeit der Tiergesundheitspolitik zu gewährleisten. Außerdem bekräftigten sie das Interesse an einer zeitnahen Überarbeitung und Aktualisierung der Listung und Kategorisierung von Tierseuchen hin. Abschließend riefen sie zur Reflexion über Wege auf, kollektives Handeln zu unterstützen und zu fördern, weil das den Tierhaltern eine echte Hilfestellung bieten und das Gefühl der Isolation bekämpfen kann, dass Landwirte häufig empfinden, wenn sie mit schwerwiegenden Tierkrankheiten konfrontiert sind. Dies wurde von Francesco Reviriego Gordejo, dem Leiter des Tiergesundheitsreferats, in seinem Diskussionsbeitrag aufgegriffen, denn er nannte beispielhaft die FESASS-Mitgliedsorganisationen und ihre Fähigkeit, Landwirte und finanzielle Mittel zu mobilisieren, um effektiv im Dienst der Tiergesundheit zu handeln. Auch WOAH-Generaldirektorin Emmanuelle Soubeyran betonte die Bedeutung der kollektiven Gesundheitsaktion von Viehzüchterorganisationen zur Unterstützung der Überwachungs- und Kontrollprogramme der zuständigen Behörden vor Ort.
Darüber hinaus wurde im Verlauf der verschiedenen Interventionen der Bedarf an Finanzierung der Tiergesundheitspolitik erneut hervorgehoben. Die Europäische Kommission hat dies mit den Vorschlägen ihrer Europäischen Nutztierstrategie verknüpft.
Eine ausführlichere Zusammenfassung der Konferenz sowie die Links zu den verschiedenen Vorträgen gibt es auf der Website der FESASS: fesass.eu/en/2026/07/the-evaluation-of-animal-health-law-10-years-after-its-adoption





